Dienstag, 28. Juni 2016

Psychosomatische Urologie

In der psychosomatischen Urologie werden die Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele in der Funktionsweise der Beckenorgane und des Beckenbodens untersucht. Die Harnblase, der Enddarm, der Beckenboden und die Sexualorgane sind in hohem Masse anfällig für ein psychosomatisches Geschehen. Fehlfunktionen dieser Organe zeigen neben körperlichen Ursachen oft auch eine Verflechtung mit Vorgängen in der Psyche, bestimmten Reaktionsweisen im Alltag und sozialen Lebensbedingungen. Häufig werden diese Verknüpfungen jedoch übersehen oder zu wenig beachtet. 
Die psychosomatische Urologie betrachtet bestimmte Beschwerden unter dem Aspekt der Einheit von Körper und Seele. Einerseits können körperliche Beschwerden und Symptome der Beckenorgane und des Beckenbodens psychische Probleme zur Folge haben, andererseits gelten auch bestimmte Störungen in der Psyche als Auslöser von körperlich wahrnehmbare Beschwerden oder Funktionsbeeinträchtigungen der Beckenorgane und des Beckenbodens. In der psychosomatischen Urologie werden Beschwerden im Becken parallel objektiv untersucht und psychodynamisch beurteilt. Hierbei werden apparativ-instrumentelle Untersuchungen zurückhaltend und mit Augenmass eingesetzt. 

Krankheitsbilder in der psychosomatischen Urologie
       Chronischer Beckenschmerz des Mannes
       Chronischer Beckenschmerz der Frau
       Schmerzhafte Verkrampfung der Harnröhre (Urethralsyndrom)
       Psychosomatische Störungen der Blasenentleerung
       Besondere Formen des nächtlichen Einnässens beim Kind
       Psychogene Harninkontinenz
       Psychogene Harnverhaltung
       Reizblasensymptomatik
       Besondere Formen der wiederkehrenden Blaseninfekte
       Interstitielle Zystitis

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