Mittwoch, 30. Oktober 2013

Demenz und Harninkontinenz

Bei Demenz ist die Harninkontinenz ein häufiges und gravierendes Problem. Nach fünf Erkrankungsjahren ist jeder zweite Demenzkranke von einer Inkontinenz betroffen, nach acht Jahren sind es bereits vier von fünf. Für die Betroffenen ist die Inkontinenz äußerst unangenehm und peinlich. Auch Angehörige stellt der unfreiwillige Harnverlust vor erhebliche Probleme. Die Inkontinenz ist ein Tabuthema, das nur zögerlich beim Arztbesuch angesprochen wird. So dauert es häufig Monate oder Jahre, bis Ärzte oder Pflegepersonen zu Rate gezogen werden. Dabei kann die neurourologische Abklärung und Behandlung bereits im Frühstadium der Erkrankung sinnvoll und nützlich sein und Komplikationen vorbeugen.Bei der häuslichen Betreuung eines dementen Menschen ist die Harninkontinenz ein häufiges und gravierendes Problem und häufig Auslöser für die Einweisung in eine Pflegeeinrichtung. Zu Beginn der Erkrankung ist die Inkontinenz nicht selten Folge des Gedächtnisverlustes: Die oder der Betroffene vergisst auf die Toilette zu gehen oder findet sie nicht. Im weiteren Verlauf treten dann organische Störungen bei der Kontrolle von Blase und Schließmuskel hinzu. Ursache dafür ist der Untergang von Nervenzellen und Nervenbahnen im Gehirn, so dass die Fähigkeit zur Kontrolle der Blase verlorengeht. Bestehen Beschwerden bei der Blasenentleerung oder kommt es zu einem unfreiwilligen Harnverlust, so ist eine neurourologische Untersuchung empfehlenswert. Hier können die Störung der Blasenkontrolle identifiziert und Behandlungsstrategien entwickelt werden. Im Mittelpunkt der Therapie stehen ein Verhaltens- und Toilettentraining, das die körperliche und mentale Hilfestellung durch Angehörige und Pflegende erfordert und immer der individuellen Situation des Betroffenen und seinen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen Rechnung tragen sollte. Eine diese Aktivitäten unterstützende medikamentöse Therapie bedarf der regelmässigen Kontrolle durch den Arzt, um Wirkungen und Nebenwirkungen zu beobachten. Einige Betroffenen können auch von einer operativen Therapie profitieren. In jedem Fall sollte zuvor eine urodynamische Abklärung in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden.
 

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